
Artist Statement
Frauen lernen schon früh, dass ihre Körper dazu da sind, betrachtet, bewertet und begehrt zu werden. Insbesondere die Brüste haben sich zu einem der am stärksten sexualisierten und objektivierten Körperteile von Frauen entwickelt. In ihren Arbeiten nimmt die Künstlerin den „männlichen Blick“ zum Ausgangspunkt und kehrt ihn um. Durch Wiederholung und Übersteigerung spielt sie mit der Art und Weise, wie Frauenkörper fragmentiert, idealisiert und als Lustobjekte inszeniert werden. Die Bilder spiegeln eine Kultur wider, in der der weibliche Körper ständig zur Schau gestellt und konsumiert wird – und dazu dient, alles Mögliche zu verkaufen, von Schönheitsprodukten bis hin zu Autos. Dies prägt mit der Zeit die Art und Weise, wie Frauen ihren eigenen Körper sehen und beurteilen. Annique Delphine interessiert, wie tief sich diese Sichtweise sowohl bei ihr selbst als auch bei anderen verankert hat. Auch wenn ihr bewusst ist, dass die Ideale aus Werbung und Popkultur konstruiert und unrealistisch sind, ertappt sie sich dennoch dabei, ihren eigenen Körper mit ihnen zu vergleichen.
Kooperation mit neither nor
Neither nor ist ein kuratorisches Projekt, das mit Künstlern zusammenarbeitet, um deren künstlerische Praktiken und Prozesse einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Im Rahmen der Zusammenarbeit wird eine Einzelausstellung organisiert und ein funktionales Designobjekt für den Alltag entwickelt, das das Werk des jeweiligen Künstlers repräsentiert. Durch den Alltagsbezug der Objekte soll eine intimere Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk angeregt werden. Ausstellung und Objekt entstehen im gegenseitigen Dialog: Die ausgestellten Werke beeinflussen die Objekte und umgekehrt.
Im Rahmen einer Debütausstellung kooperierten Künstlerin Annique Delphine und neither nor aufgrund von Anniques neuesten Serie „The Witch in the Woods“. Dies ist Annique Delphines erste Einzelausstellung seit „Reclaim the Feminine” (2017). In ihren jüngsten Arbeiten setzt sich die Künstlerin mit ihrem eigenen Körper und der Art und Weise, wie dieser in verschiedenen Lebensphasen wahrgenommen wurde, auseinander: als Mädchen (zerbrechliches Objekt), bisexuelle Frau (sexuelles Objekt), Model (begehrenswertes Objekt), Mutter (fruchtbares Objekt) und Frau in der Perimenopause (verfallendes Objekt). „The Witch in the Woods” ist eine Serie aus teils autobiografischen Fotografien, Skulpturen und Kurzvideos, die lose auf westlichen Märchen und deren Neuinterpretation durch Hollywood basieren. Die Fotografin untersucht, wie diese kulturellen Einflüsse ihren Alltag geprägt haben. In der Serie erforscht sie ein hypothetisches zukünftiges Ich, indem sie die Figur einer ausgestoßenen Hexe verkörpert. Diese Figur findet einerseits Freiheit in der Abkehr von der Gesellschaft, sehnt sich andererseits aber auch danach, als eine beliebtere Version ihrer selbst – als ein jüngeres Ich – wahrgenommen zu werden.
Die Arbeiten verführen die Betrachter:innen mit Pastellfarben und sinnlichen, teils erotisch anmutenden Texturen. Gleichzeitig hinterfragen sie die Darstellung von Frauen in verschiedenen fotografischen und künstlerischen Medien.
Vita
2008-2011 Neue Schule für Fotografie, Berlin
2004-2007 Assistenz bei Meeno Peluce, Los Angeles
2000-2007 arbeitete als Model/Schauspielerin in Los Angeles
2000 Abitur, Wiesbaden
Soloausstellungen
The Witch in the Woods – curated by Tania Luz – Neither Nor pop up gallery, Berlin 2024
The Last Supper – curated by Emma McKee and Tania Olivares – FK Kollektiv, Berlin, 2017 Reclaim the
Feminine – curated by Emma McKee – CoGalleries, Berlin, 2017
ABUNDANCE – Showroom Berliini, Berlin, 2016
Ausgewählte Gruppenausstellungen
Aufriss curated by Alina Mann – LeFleur, Berlin 2023
Plasticity curated by Marguerite Wibaux – SPRING/BREAK Art Show 2022, New York 2022
Departure curated by Alina Mann – Tegel Airport as part of Berlin Art Week 2022, Berlin
Busch – curated by Fee-Gloria Groenemeyer and Mara Louise von Zitzewitz – Berlin Art Week 2019
bOObs – curated by Britta Helbig and Saralisa Volm – Karl Oskar Gallery, Berlin 2019
Räume 2 – curated by Alina Mann – Alte Eisengießerei, Berlin 2018
bitch MATERial – curated by Britta Helbig and Saralisa Volm – Kunstquartier Bethanien, Berlin 2018
Grenzüberschreitung – curated by Sophia Bauer – Schau Fenster, Berlin, 2017 Paradise Express – curated by Kat Ryals and Lauren Elise Hirshfield – Paradice Palase, New York, 2017
A Story the World Needs to See – curated by Laetitia Duveau – Berlin Feminist Film Week, Berlin, 2017
Awards
„Objectify Me“
official selection: Berlin feminist Film Week 2018
official selection: Brooklyn Film Festival 2018
official selection: Blow Up – International Arthouse Film Fest 2017 official selection: Miami Short Film Festival 2017
„PLETHORA“
official selection: Berlin Feminist Film Week 2017
official selection: Berlin Short Film Festival 2017
winner: best experimental film at the Toronto Arthouse Film Festival 2016
winner: best experimental film at the Verona International Film Festival 2016
„ABUNDANCE“
official selection: Manhattan Independent Film Festival 2016
Workshops
Boobhead Workshop, Berlin 2017
Boobhead Workshop, Los Angeles 2016
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