WUNDERKAMMER

GALLERY WEEKEND BERLIN

VERNISSAGE 30. April von 19:00-22:00 Uhr

ÖFFNUNGSZEITEN ZUM GALLERY WEEKEND BERLIN

Fr, 1. Mai von 13:00-20:00 Uhr

Sa, 2. Mai von 13:00-20:00 Uhr

So, 3. Mai von 13:00-18:00 Uhr

Aussellungszeitraum 1. Mai – 6. Juni 2026

Anlässlich des Gallery Weekends Berlin präsentiert die GALLERY MALINA im Rahmen der Ausstellung WUNDERKAMMER die Künstlerin Sasha Frolova. Vom 1. Mai bis 6. Juni 2026 werden die multimedialen Werke der Künstlerin die in einer modernen Interpretation einer Wunderkammer inszeniert sind.

Der Begriff „Wunderkammer” bezeichnet Sammlungen ungewöhnlicher, seltener und kurioser Objekte. Sie waren in der Renaissance und im Barock in königlichen und aristokratischen Häusern in ganz Europa beliebt. Sie beherbergten Naturwunder, Kunstgegenstände und wissenschaftliche Instrumente und spiegelten den damaligen Wunsch nach einem Verständnis der Welt wider. Heute bezeichnet der Begriff jede erstaunliche oder einzigartige Sammlung von Objekten. Frolovas Wunderkammer umfasst Objekte, Lentikularbilder, Videoarbeiten, Fotografien und skulpturale Kostüme aus verschiedenen Serien. Frolova ist eine multidisziplinäre Künstlerin, die in den Bereichen Performance- und Objektkunst arbeitet. Ihre Werke wurden weltweit ausgestellt, unter anderem in Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien und den USA. Sie hat bereits mit Jean Paul Gaultier, Tim Walker und Dolce & Gabbana zusammengearbeitet.

Sasha Frolova verwendet Latex und verschiedene Polymermaterialien, um aufblasbare Skulpturen zu erschaffen, die sich sowohl monumental als auch schwerelos anfühlen. Von natürlichen, biomorphen Formen inspiriert, bevorzugt sie fließende, geschwungene Linien, kräftige Farben und faszinierende Abstraktionen. Ihre Figuren ähneln lebenden Wesen mit makelloser Haut, weichen Konturen und einer warmen, sinnlichen Ausstrahlung. Die hyperrealistische Ästhetik des Latex erzeugt die Illusion digitaler Fertigung oder etwas Überirdischem und fesselt die Betrachter:innen. Ihre aufblasbaren, skulpturalen Latexkostüme erlangten internationale Bekanntheit. Alle ihre Kostüme wirken wie lebendig gewordene Skulpturen, die sie selbst trägt. „Wenn ich ein Kostüm anziehe, werde ich zu einer lebenden Skulptur. Ich versuche, das menschliche Bild zu vergessen und mich vollständig in eine Figur zu verwandeln, zu einem Kunstobjekt zu werden.”

Im Jahr 2023 wurde sie von Jean-Paul Gaultier eingeladen, die Kostüme und das Bühnenbild für die Grand-Show „FALLING | IN LOVE” im weltberühmten Friedrichstadt-Palast zu entwerfen. Die Show wurde von Gaultier kuratiert und visuell geleitet und entstand in Kooperation mit mehreren Künstler:innen. Frolova kreierte 25 Kostüme für eine der Szenen: die Wasserszene, in der ein echter Wasserfall, Springbrunnen und ein Becken auf der Bühne zu sehen sind. Die Kostüme erzeugten die Atmosphäre eines fantastischen, paradiesischen Gartens voller leuchtender und fröhlicher Wesen – Blumen, Springbrunnen und Parkskulpturen erwachten plötzlich zum Leben. Einige dieser Kostüme und Fotos davon werden in der Ausstellung WUNDERKAMMER präsentiert. Die Künstlerin ist fasziniert von der Idee, klassische und zeitgenössische Kunst zu synthetisieren und klassisches Material neu zu interpretieren. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit dem Barock und der Affekttheorie, weshalb sich ihr künstlerischer Stil als Neobarock beschreiben lässt. Sie fühlt sich zu barocken, voluminösen und runden Formen hingezogen, zu ihrer Pracht, Finesse und etwas übertriebenen Art. In ihren aufblasbaren Objekten macht sie das normalerweise Amorphe und schwer Fassbare sichtbar: Emotionen, Gefühle und Empfindungen. Dies ähnelt der barocken Affektenlehre, die in der Bildhauerei jedoch mithilfe von Form, Volumen und Farbe ausgedrückt wird.

Neben den skulpturalen Kostümen umfasst die Ausstellung mehrere Lentikulardrucke. Dieses spezielle, hologrammartige Medium erzeugt mithilfe von Kunststofflinsen die Illusion von Tiefe und Volumen. Die Idee des Lentikulardrucks reicht bis in die Renaissance zurück. Ein Vorläufer des Lentikulardrucks war die Tabula scalata, ein Reliefbild, das aus zwei Bildern bestand, die auf Streifen auf verschiedenen Seiten einer geriffelten Oberfläche angeordnet waren. Je nach Blickwinkel des Betrachters wurde das eine oder andere Bild sichtbar. Diese sogenannten „Drehbilder“ waren seit dem 16. Jahrhundert beliebt und bildeten später die Grundlage für den Lentikulardruck. Seit 2020 fertigt Sasha Frolova Lentikulardrucke ihrer Skulpturen und Kostüme an und stellt diese als stereoskopische Bilder dar. Die Künstlerin spielt mit der Zwei- und Dreidimensionalität, auf der all ihre Werke basieren. Mit den Lentikulardrucken setzt sie diesen Ansatz fort und entwickelt ihn weiter.

Frolovas Kunstwerke sind von bemerkenswerter Energie und zugleich zerbrechlich und flüchtig. Sie sind jedoch auch von einer tiefen Emotionalität geprägt. Sie existieren in einer Parallelwelt aus Träumen und Fantasien und kommentieren gleichzeitig auf ironische Weise die Realität der heutigen Welt.

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